Wo versteckt sich Rosa L. / Où se cache Rosa L.

Die meist filmischen und fotografischen Arbeiten von Raphael Grisey kreisen um Themen wie die kollektive Erinnerung, Stadtpolitik und Urbanismus, sowie die öffentliche Repräsentation von Arbeit und von Minderheiten. Sein Projekt „Wo versteckt sich Rosa L./ Où se cache Rosa L.“ ist eine, durchaus persönlich gefärbte, Annäherung des Pariser Künstlers an Geschichte und Gegenwart Berlins. Seine fotografischen Eindrücke stellt Grisey in einem Buch verschiedenen Textauszügen und Zitaten gegenüber. Die Bild-Text-Montage entwirft ein komplexes, vielschichtiges und auch widersprüchliches Bild der deutschen Hauptstadt. Dabei folgt der Künstler in seinen fotografischen Streifzügen nicht den offiziellen Pfaden der Berlin-Inszenierung, die bestimmt sind von nationaler Selbstrepräsentation und globalisiertem Tourismus. Seine Bilder sind zum Teil scheinbar beiläufige Beobachtungen von Randerscheinungen und Vergessenem außerhalb des Zentrums. Mithilfe der filmähnlichen Montage wird der Betrachter bzw. Leser immer wieder an verschiedene Orte geführt, nach Berlin und wieder heraus: vom Platz der vereinten Nationen zu Wohnsiedlungen und Brachen, die Stadt ebenso bestimmen und über ihre Geschichte sprechen, wie  emblematische Orte und Gebäude wie der Palast der Republik und das Olympiastadion. Die Frage nach der Geschichte, ihrer Präsenz und ihrer Vermittlung läuft in einem parallelen Erzählstrang mit, der sich sukzessive entwickelt, unter anderem durch eine Serie von Denkmal-Aufnahmen. Raphael Grisey selbst schreibt dazu „Ich habe versucht Orte zu zeigen, die nicht (mehr) zur Ikonographie der Hauptstadt Berlin eines vereinten Deutschlands gehören (...) Die Montagetechnik hat mir erlaubt, verschiedene Ansichten und Erzählungen nebeneinander zu stellen und so ihre Verbindungen herauszuarbeiten.“

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